Traditionell sorgt der DRK-Ortsverein Bad Essen e.V. an den drei Veranstaltungstagen für den Sanitätsdienst bis spät in die Nacht. Das Verbandszelt steht zentral und doch geschützt neben der Tourist-Info. Der KTW steht ebenfalls einsatzbereit zur Verfügung. Das Team der Sanitätskräfte bestand aus fünf DRK-Helferinnen und Helfer. 2025 war es nicht so heiß wie im Vorjahr. Also gab es weniger Schwächeanfälle. Ein anstrengender Dienst unter der Leitung von Bereitschaftsleiter Jan Kuckert.
Außerdem betreibt die Betreuungsgruppe ein Kaffee- und Kuchenzelt vor der Volksbank. Diesmal kam erstmals ein neues, helles und wasserdichtes Zelt zum Einsatz und zusätzlich ein kleinerer Zeltanbau. Gleichzeitig wurde auch die neue vom Küchenmöbelhersteller Häcker gestiftete Verkaufs- und die Spültheke in Betrieb genommen. Diese hat einen eingebauten Heißwasserboiler, so dass die Tassen (diesmal neue Becher ohne zusätzliche Untertasse und für das Mehr an Kaffee wurde der Preise auf 2,00 DM für den Pott angehoben, bisher war es für die kleinere Tasse 1 Euro. Dies sollte auch mal für die Nachwelt festgehalten werden. Andrea Wobig, die Verantwortliche für den Sozialdienst, hatte die Kaffeebecher bei einer schwedischen Möbelkette preisgünstig bestellt und konnte sie erst wenige Tage vorher dort in Osnabrück abholen. Die 120 Becher lagen unverpackt in einem Einkaufswagen. Andrea lud diese in ihren PKW und brachte sie zum Sozialzentrum. Dort knibbelte sie die Preisetiketten ab und das DRK-Küchenteam spülte alle Tassen und auch die neuen Gläser aus.
Beim Aufbau des neuen größeren Zeltes gab es etwas Stress, weil die Grenzabstände zu eng waren, der eine Nachbar wollte seinen Stand nicht um 50 cm verrücken, der weitere konnte die Klappe seiner Verkaufsbude nicht öffnen. Man arrangierte sich schließlich und so blieb es bis zum Marktende.
Im Zelt jetzt mehr Platz für die Sitzgarnituren. DRK-Frauen und Jürgen Luckas als gelernter Bäcker hatten eine Vielzahl von Torten gestiftet – dafür ein Dankeschön. Die Tortenstücke wurden für 3 EUR und mit dem Pott Kaffee verkauft, also zusammen für einen „Heiermann“. Einige wenige Gaben das Rest- oder Wechselgeld für die DRK-Spendenbox.
Eigentlich eine Frage des Anstandes: Die Sitzplätze im Zelt waren ausschließlich gedacht für die „Kunden“, die Kaffee und Kuchen verzehren wollten. Einige Besucher waren sehr dreist, sie platzierten sich ohne zu fragen mit einem Fleischspieß, mit Fischbrötchen oder einem Pappteller mit Kartoffelpuffer und Apfelbrei. Die DRK-Kräfte waren über solche ungebührliches Verhalten verwundert, dann fragten sie diese Gäste mit der „Fremdspeise“, ob sie wenigstens ein Getränk verzehren wollten oder eine Spende für das DRK leisten wollten? Einige reagierten eher widerwillig. Toll wurde es am späten Nachmittag, als eine Vierergruppe mit Fremdspeisen einen Tisch belegte und einer der „Gäste“ dann mit dem Bier von der schräggegenüberliegenden Bier-Bude zurückkam. Da erfordert es Mut, auch mal als DRK-Helfer „Stopp“ zu sagen. Einmal zündete sich ein Gast eine Zigarette im Zelt an, sie wurde gebeten vor das Zelt zu gehen, denn für Gasträume gilt in Niedersachsen das Rauchverbot – auch wohl in Festzelten. Muss künftig durch zusätzliche Plakate darauf hingewiesen werden: „Rauchen verboten“ – „Der Verzehr von Fremdspeisen ist nicht gestattet“ – nur für Kunden? Beim Historischen Markt sollten doch nicht nur historische Gewänder getragen werden, sondern auch die „guten Manieren“ der Vorfahren geachtet werden. Die Großmütter würden sagen „Dat däut man nicht“ – (das tut man nicht).
Erfreuliches gab es auch: Der frühere Bereitschaftsleiter Udo Schink hat Tage vor dem Historischen Markt seinen 60. Geburtstag vollendet. Er hat in den Vorjahren eine schwere Erkrankung erduldet und ist nun genesen. Udo hat viel für den DRK-Ortsverein Bad Essen geleistet, so dass er viele DRK-Kameraden zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen hat.
Melanie Sälter, die gemeinsam mit Udo Schink Bereitschaftsleiterin und darüber hinaus langjährig die Sanitätslehrgänge leitete und auch die Ferien-Zeltlager in den Sommerferien war zu dem Event der Sparkasse Osnabrück auf den Kirchplatz gekommen. Melanie hat wie Udo eine schwere Krankheit erduldet. Sie hatte ihren dreijährigen Hund mitgebracht für den kurzen Besuch. In der Phase der Genesung sei der Hund für sie zum „Retter“ geworden, auch wenn sie sich schwach und niedergeschlagen fühlte, der Hund musste zum Gassi gehen ausgeführt werden.
Über die Gewinnverteilung der Sparkasse berichteten wir separat.
Text und Fotos: Eckhard Grönemeyer